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Lust auf Amsterdam

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I am Amsterdam

Amsterdam bei sonnigem Wetter und wunderbar frischem Wind. Herrlich, herrlich! Amsterdam, diese wunderbar kreative, weltoffene, kosmopolitische Stadt mit umwerfender Architektur und pragmatischen, toleranten, kinderliebenden und Rad-süchtigen Menschen. In Amsterdam kann man tausend spannende Dinge tun, alleine, aber auch mit Kindern. Drei wundervolle Tage waren wir in Amsterdam, haben auf Flohmärkten gestöbert, sind an den Grachten entlang geschlendert, den Kopf immer himmelwärts, die Häuser betrachtend. Welches ist das Schmalste, das Schiefste, das Schönste? Haben durch die Fenster geguckt (nirgendwo kann man schöner „Häuser gucken“ als in Holland, da die meisten Fenster keine Gardinen haben), gestaunt ob des Interiors, das oft verschwenderisch daher kommt, mit grossen Statuen, schweren Gardinen, edlen Tapeten, üppigen Wand- und Deckenmalereien, erlesenen antiken und modernen Möbeln. Die Niederländer, einst stolze Seefahrer Nation, das spürt man noch heute. Ein Detail, das uns besonders gefallen hat: Zwei nebeneinander liegende Fenster sind jeweils genau gleich dekoriert, z. Bsp. dieselben Vorhänge, dieselbe Schale in der Mitte (mit sogar denselben Nippes drin), dasselbe Blumenarrangement. Zwei identische Fenster, liebevoll arrangiert. Ganz begeistert haben wir nach diesem wiederkehrenden Muster Ausschau gehalten, es zu einem Spiel gemacht. Nicht satt sehen könnten wir uns auch an all den verschiedenen Hausbooten – vom fast verfallenen Kahn bis hin zum modernsten Designerboot; wir konnten uns nicht entscheiden, welches unser Favorit ist. Entzückend die kleinen Gärtchen und Terrassen auf den Schiffen. Man möchte sich sofort hinsetzen und an einem Glas Wein nippen. Aber auch sonst Grün überall: Blumentöpfe zu Dutzenden, Bäumchen, Rosen, jedes Fleckchen wird bepflanzt, überall frisches Grün.

Bewusst klein gehalten haben wir unseren Radius. Das berührende Anne Frank Haus, Van Gogh, Rembrandt und sogar das neuste architektonische Highlight, das „Eye“-Filmmuseum, für einmal links liegen lassen. Dafür in den „9 Straatjes“ (oder „Neben Straaties“)  im Herzen Amsterdams auf Inspirationstour gegangen. Wer keine Lust auf die bekannten Einkaufsstrassen und Megastores hat, der ist hier genau richtig. Kleine, originelle, exklusive Boutiquen schmücken dieses zauberhafte Viertel mit den kleinen Einkaufsstrassen Reestrat, Hartenstraat, Berenstraat, Wolvenstraat, Runstraat oder Huidenstraat, die parallel zueinander zwischen der Prinsengracht und der Spuistraat liegen. Gross ist das Viertel nicht, aber zu entdecken gibt es vieles.

Einkaufstipps in den „9 Straatjes“ in Amsterdam

  • Gesunde Snacks, Lunch, take away und Shoppen gibt es im „Pluk“ an der Reestrat 19. Das „Pluk“ ist Café und Inferior Shop in einem. Auf zwei Ebenen bietet es leichte, frisch zubereitete Mahlzeiten (Salate, Sandwiches, Suppen, Kuchen) sowie trendige Wohnaccessoires zum Verkauf an. Besonders gefallen haben uns die Blechtassen und die Geschirrkollektion in frischen Blautönen.
  • Bei „de Weldaad“ an der Reestraat 1 gibt es Antikes und Dekoratives.
  • Ebenfalls an der Reestrat und zwar bei Nummer 16 findet man „Annliz“ ein Kleidungs- und Wohnaccessoires-Geschäft, das sich der Nachhaltigkeit verpflichtet und nur Brands anbietet, die bestimmte Kriterien punkto Umwelt und fairer Produktion erfüllen. Annliz versendet auch nach Deutschland.
  • Schon immer sehr angetan waren wir von dem Amsterdamer Modelabel „Scotch & Soda“, vor allem von der Kinderkollektion, die immer auch etwas hippiehaft daher kommt. In der Huidenstraat gibt es sowohl ein Geschäft für Erwachsene (Damen und Herren) wie für Kinder.
  • „Gypset Rock“ ist ein klitzekleines Hippiegeschäft mit wunderbaren bunten Taschen und Hippieschmuck. Der Name ist Programm.
  • Bei „L’Etolie de Saint Honoré“ findet man luxuriöse Vintageacessoires zu günstigen Preisen, vor allem viele Taschen des französischen Modelabels Louis Vuitton.

Buchtipp: Grachtenhuizen

Die 9 Straatjes“ ist ein wunderschönes Viertel mit prächtigen Grachtenhäusern. Man fühlt sich ins goldene Zeitalter des 17. Jahrhundert zurück versetzt als Amsterdam zur Handels- und Kulturstadt Europas erblühte. Die Häuser, ihre Einwohner und die in den Häusern verborgenen Kunstschätze werden vom  Fotografen Arjan Bronkhorst in einem magischen Bildband porträtiert: „Arjan Bronkhorst ist eingedrungen in die Häuser fremder Menschen. Hat sich zeigen lassen, wie sie leben, wie sie eingerichtet sind – und erfahren, wie Geschichte und Moderne dort aufeinandertreffen. Der holländische Fotograf hat Grachtenhäuser in Amsterdam fotografiert und zeigt eine bisher verschlossene, intime Welt, die sich hinter den uralten, prunkvollen Patrizierhäusern im Herzen von Amsterdam versteckt.“ (Spiegel)

„Grachtenhuizen“ von Arjan Bronkhorst, in niederländischer und englischer Sprache. 416 Seiten, 350 Abbildungen.

Flohmärkte in Amsterdam

In Amsterdam gibt es viele Märkte. Die meisten sind eine Mischung aus Flohmarkt, Antiquitätenmarkt und Markt. Die Preise sind Festpreise, d.h. es ist nicht üblich zu handeln. Hier eine Auswahl:

Waterlooplein: Früher der „jüdische Markt“ (bis 1941), heute ein historischer Antiquitätenmarkt – einer der berühmtesten der Niederlande und der größte der Stadt. Waaterlooplein, Mo-Sa 9-17

Albert Cuyp Markt: Größter Straßenmarkt Europas, im Herzen des Stadtviertels De Pijp im Süden, ein Viertel mit viele Werkstätten. Mo-Sa

Dappermarkt: Multikultimarkt, von Lebensmitteln bis Bekleidung. Mo-Sa

Sunday Market: Privater Flohmarkt für Second Hand und Handgemachtes. Jeden Sonntag in einer anderen Location.

Westermarkt: Ursprünglich nur Textilmarkt, heute diverse Stoffe und Kleidung. Nur montags.

Büchermarkt: Der Name ist Programm – Bücher, alte Landkarten. Oudemanhuispoort, Mo-Sa

Postzegelmarkt: Briefmarkenmarkt, Nieuwezijds Voorburgwal 280, Mi + Sa

Lindenmarkt: Klassischer Markt, tolles Obst! Samstags

Vrijmarkt: nur am Königstag (30.April). Überall gibt es private Flohmärkte, vor allem im Vondelpark. Die ganze Stadt feiert dazu in Orange.

 

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